Samstag, 30. Oktober 2010

Kriminelle Energie vom Revierleiter im Keim erstickt

Tolle schauspielerische Leistung mit perfekter Rollenbesetzung beim Theaterabend des SV Ehrstädt

Sinsheim-Ehrstädt (hk) Einen lustigen Abend verbrachten die Gäste des diesjährigen Theaterabends in der gut gefüllten Seewiesenhalle am Samstagabend. Eine perfekte Rollenbesetzung, jede Menge Schlüpfrigkeiten und Unverblümtheiten sorgten dafür, dass die Zuschauer sich nach dem Zwei-Akter einig waren: So muss er sein, der perfekte Theaterabend. Mit dem fast kriminellen Lustspiel „Sachsen, Polen und Hubertus“ trafen die Ehrstädter Laienschauspieler auch in diesem Jahr wieder „voll ins Schwarze“.
Erst nach den Sommerferien konnten die acht Protagonisten mit den Proben beginnen. Vier neue Laiendarsteller hatten in diesem Jahr den Mut, sich auf den „Brettern, die die Welt bedeuten“ dem Publikum zu stellen, um zu zeigen, dass sie dazu berufen sind, schauspielerisch gute Unterhaltung zu bieten. Richard Paulus, Berit Bauer, Anja Preiszler und der älteste Nachwuchs der schon seit Jahren zum Ensemble zählenden Vorsitzenden Nicole Last und deren Ehemann Thilo, Ann-Lauren, machten dabei eine hervorragende Figur. Vor fünf Jahren trat auch Hendrik Pötter zuletzt als Darsteller in der Theatergruppe des SVE auf. Carina Mack, Schwester der Vorsitzenden und langjähriges Mitglied bei den Laiendarstellern, komplettierte die Truppe.
Ganz groß trumpfte während der Vorstellung Hendrik Pötter als Fridolin Mausloch auf, der mit der angeblichen polnischen Solistin „Theresa“ Schnaps trank. „Wie lange hast Du denn für diese Rolle trainiert“, wollten einige Besucher wissen, denn „Henner“ spielte den Betrunkenen einfach perfekt. „Dafür trainiere ich schon mein Leben lang“, grinste der Laienschauspieler zurück.

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Wie auf den Leib geschneidert war auch die Rolle des „Revierleiters Adler“ Anja Preiszler. Gäbe es in Ehrstädt einen Polizeiposten – Anja hätte die Stelle sicher, denn auch sie spielte ihre Rolle so perfekt, dass ein Außenstehender meinen konnte, dass hier eine „echte“ Polizistin auf der Bühne stand. Ihre Uniform zog die Darstellerin nach dem Theaterabend nicht mehr aus – und die Handschellen, die sie zur Verhaftung der Diebin während des Theaterstücks brauchte, klickten anschließend noch öfters im Publikum.

Kurz zum Stück. Roswitha Hämmerle (Nicole Last) erwartete ihren sächsischen Vetter Walter Schneckenkautz (Richard Paulus) zu Besuch. Dieser sollte in das neu renovierte Gästezimmer einquartiert werden. Ihr Mann Hubertus (Thilo Last) war mit den Plänen seiner Ehefrau überhaupt nicht einverstanden, weil er im Allgemeinen eine Abneigung gegen Verwandtschaft hat, besonders dann, wenn sie aus den neuen Bundesländern kommt. Stattdessen quartierte er, ohne es seiner Frau zu sagen, die gut aussehende Solistin des polnischen Frauenchors (Ann-Lauren Last) ein, der im Ort gastiert, dort ein. Die Solistin „gewann“ er bei einem Saufspiel gegen den Ehrstädter Ortsvorsteher im Wirtshaus.

Die Verwicklungen begannen, als der Vetter aus Sachsen überraschend einen Tag früher eintraf und Roswitha das Gästezimmer nichts ahnend doppelt belegte. Die Lage spitzte sich zu, als Polizist Adler (Anja Preiszler) vor einer polnischen Diebesbande warnte, die zurzeit im Ort ihr Unwesen trieb. Schon im Keim versuchte der Revierleiter, die kriminelle Energie in seinem Ort im Keim zu ersticken. Eine undurchsichtige Rolle bei all den Verwechslungen spielte die Gesundheitsberaterin Barbara Ochsenfurt-Niedlich (Berit Bauer), die so auffallend um Roswithas Wohl besorgt war. Mit der Hilfe des Besuchers aus Sachsen gelang es am Schluss, nicht nur die Diebesbande um die Gesundheitsberaterin dingfest zu machen, sondern mit Theresa und Walter fand sich auch noch ein deutsch-polnisches Liebespaar.

Mit lang anhaltendem Applaus bedankte sich das Publikum bei den Darstellerinnen und Darstellern für deren tolle schauspielerische Leistung. Von Vereinsseite bedankten sich der 2. Vorsitzende Thomas Kuczynski und Spielausschußvorsitzender Dennis Boppel bei den Protagonisten, sowie bei der Souffleuse Tamara Seitz und der Maskenbildnerin Isabel Maier-Boppel für die Unterstützung der Laienschauspieler. Tolle Preise, unter anderem als Hauptpreis ein Einkaufsgutschein in Höhe von 100 Euro bei der Fa. Sport-Rajakov in Sinsheim und als zweiter Preis ein 20-Liter-Fass Bier mit Zapfanlage und Gläser, gestiftet von der Getränke-Arena Sinsheim, gab es bei der Tombola zu gewinnen, die der 2. Vorsitzende wieder organisiert hatte. Bei der anschließenden Halloweenparty wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Eine Stunde konnten die Gäste da locker „dranhängen“ wurde doch in dieser Nacht die Uhr um eine Stunde zurückgedreht.

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