Samstag, 27. November 2010
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Auf den Punkt topfit gemacht
Dirigent Matthias Imhof legt Wert auf Dynamik und Rhythmik und hat damit großen Erfolg


Zum Herbstkonzert hatte der Musikverein Ehrstädt-Hasselbach in die Seewiesenhalle eingeladen. Bilder [klick]

Sinsheim-Ehrstädt (hk) Man kann ihn mit einem Spitzentrainer der Bundesliga vergleichen. Immer darauf bedacht, die Mannschaft in allen Bereichen auf das Highlight der Saison hinzuführen: auf das Finale. Für die Musikerinnen und Musiker des Musikverein Ehrstädt-Hasselbach ist das Finale das jährliche Herbstkonzert. „Er hat uns wieder auf den Punkt topfit gemacht“, stellte Vorsitzender Arno Schneider bei seiner Begrüßung am Samstagabend in der Seewiesenhalle fest. Und er sollte Recht behalten. Dynamik und Rhythmik stimmten bei den Vortragsstücken, die Imhof bereits nach dem letztjährigen Konzert im Kopf „herumschwirrten“.
Schon im letzten Jahr erwähnte der Dirigent, dass in der Kapelle wesentlich mehr Potential steckt, als sie von sich preisgibt. „Ausbaufähig“ nannte es Imhof lächelnd. Die knapp 40 Mann und Frau starke Kapelle ließ auch in diesem Jahr spüren, dass sie viel Spaß am Musizieren hat und die Gewissenhaftigkeit, die der „Trainer“ bei den Proben an den Tag legt letztendlich auch zum Erfolg führt.
Die musikalische Qualität, die sich der Musikverein seit dem Dirigentenwechsel vor zwei Jahren erarbeitet hat lässt manchen Blasmusikfreund „mit der Zunge schnalzen“. Sicherlich liegt es auch daran, dass die „alten Hasen“ im Verein, wie Uwe Dorsch, Jürgen Hodel, Arno Schneider und Klaus Guschl, mit jungen Musikerinnen und Musikern musizieren, die in den letzten Jahren eine solide Ausbildung über die Haley Musikschule und die angebotenen D-Lehrgänge des Blasmusik-Kreisverbands genossen haben.
Es hätten gut und gerne noch ein paar mehr Gäste beim Konzert in die Seewiesenhalle gepasst, dennoch war der Musikverein mit dem Besuch zufrieden. Neben dem Ehrenvorsitzenden Ottfried Moser konnte der Vereinsvorsitzende auch die Vertreter der drei Ortsverwaltungen aus den drei Bergdörfern Adersbach, Ehrstädt und Hasselbach und der örtlichen Vereine begrüßen.
Die sieben Jungmusikerinnen und Jungmusiker, verstärkt durch einige Aktive der Gesamtkapelle eröffneten das knapp zweistündige Konzert mit drei Liedern. „Eleni“ von Erwin Jahreis, „Already gone“ von Brian Scott, und zur Einstimmung auf die Advents- und Weihnachtszeit „Feliz Navidad“ von Michael Brown. Jugenddirigentin Anna Paulus hatte auch ihre Jungs und Mädels sehr gut auf den Konzertabend vorbereitet.

Im Rahmen des Konzerts wurden auch langjährige Mitglieder geehrt. Eine Vereinsehrung erhielt Ingolf Lehnert, der bereits seit 25 Jahren aktiv musiziert. Er wurde mit der Vereinsehrennadel in Silber ausgezeichnet. Georg Werkmann, Ehrenvorsitzender des Blasmusik-Kreisverbands Rhein-Neckar, und seit Jahrzehnten mit den Ehrstädt-Hasselbachern sehr verbunden, nahm die Ehrungen des Blasmusikverbands Baden-Württemberg vor. Seit 20 Jahren gehören Tanja Hodel, Melanie Söhner, Klaus Rödler und Mario Vierling aktiv dem Musikverein an. Sie erhielten die silberne Ehrennadel ans Revers geheftet. Seit 30 Jahren sind Alexander und Thorsten Brietz sowie Holger Söhner musikalische Säulen im Verein. Sie wurden mit der goldenen Ehrennadel des Blasmusikverbands ausgezeichnet.
37 Köpfe zählte der gewissenhafte Zuhörer auf der Bühne, teilweise verdeckt von den Notenständer, obwohl auch in diesem Jahr wieder eine „konzertante“ Anordnung der Kapelle auf der erweiterten Bühne erfolgte. Die Musikerinnen und Musiker musste man ja nicht unbedingt sehen, sondern hören. Und schon das erste Musikstück, ein Klassiker der Blasmusik „Gruß an Böhmen“ von Vaclav Vackar versprach einen hohen Musikgenuss an diesem Abend. Mit der „Concordia Overture“ von Wilhelm Koenen steigerte sich die Kapelle noch einmal in der Dynamik. Ihren ersten offiziellen Auftritt mit der Gesamtkapelle hatten die Jungmusiker des Vereins bei den „Selections from the Lion King“ in einem Arrangement von Paul Lavender. Wer kennt nicht die beliebten Melodien aus dem weltbekannten Film und Musical „Der König der Löwen“, die man gerne mitsummte. Mit der Konzertpolka „Morgengedanken“ von Norbert Gälle ging es in die Pause.
Schon seit Jahrzehnten im Repertoire, aber noch nie so gefühlvoll vorgetragen wurde der „St. Louis Blues“ von W.C. Handy von den Bläserinnen und Bläsern. Im Medley „The Cream of Clapton“ hat Ron Sebregts die bekanntesten Hits des englischen Blues- und Rock-Gittaristen zusammengestellt, die die Kapelle locker und leicht bewältigte. Vize-Dirigent Alexander Brietz studierte mit der Gesamtkapelle den Klassiker aus dem Film Sister Act „I will follow him“ in einem Arrangement von Harald Kolasch ein und hatte damit ebenfalls großen Erfolg.
Eine Hommage an die deutsche Eurovision-Song-Contest-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut präsentierte der Musikverein dann mit dem Titel „Satellite“. Den Abschluss des Konzerts bildete das Medley von Walter Tuschla „Musik liegt in der Luft“, dessen Titel auch das Motto des Konzertabends darstellte. Mit der Zugabe aus dem „König der Löwen“ verabschiedete sich die Kapelle von ihrem Publikum. Vorsitzender Arno Schneider bedankte sich bei allen Mitwirkenden, insbesondere bei den Musikern und Dirigenten, die in den letzten Wochen wieder harte Arbeit leisten mussten, bis das Konzertprogramm stand. Blumen gab es auch für die Moderatorinnen des Abends, Christina Bauer und Michaela Paulus.

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