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Wenn
die Chefin aus Indien kommt
Urkomische Verkleidungen und jede Menge Schlüpfrigkeiten beim Theaterabend
des SV Ehrstädt
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Sinsheim-Ehrstädt (hk)
Urkomische Verkleidungen, jede Menge Schlüpfrigkeiten, Unverblümtheiten
und eine perfekte Rollenbesetzung sorgten dafür, dass sich die
zahlreichen Zuschauer in der Seewiesenhalle am Samstagabend schnell
einig waren: So muss er sein, der perfekte Theaterabend. Mit dem
Lustspiel „Meine Chefin kommt aus Indien“ traf die Laienschauspielgruppe
des SV Ehrstädt voll ins Schwarze. Denn ein Lustspiel soll unterhalten,
witzig sein und die Lachmuskeln strapazieren. Leichte Kost eben, um für
ein paar Stunden dem Alltagsstress zu entfliehen. |
„Frauenflüsterer“ Oskar
Kübelbock, zum Brüllen komisch gespielt von Tobias Kuhn, muss bei seinen
Vettern Hans, dem grantelnden Bauer mit Sahneallergie (alias Thilo Last),
und Siggi, kränkelndem Finanzbeamten („Aktenbock auf zwei Füßen“) mit
akkuratem Mittelscheitel (Frank Bender), untertauchen. Schließlich ist ihm
Thea (Ina Bender), einsame Witwe „mit Geld-, Zins- und Lustverlust“, der er
als Heiratsschwindler ein wenig Bares abgenommen hat, auf den Fersen. In der
„einsamen ungeöffneten Rosenknospe“ Mizzi Sargnagel, liebeshungriger und
reicher Fünffach-Witwe (köstlich gespielt von Nicole Last), findet
Frauenversteher Oskar sein vermeintlich nächstes Opfer und turtelt auf
Teufel komm raus.
Hartnäckig ist derweil Kathrin Czemmel als Ehedrache Monika, will sie ihrem
unterwürfigen Ehemann und „erotischen Null“ Olaf (Dominik Kettenring) doch
beweisen, dass man den Leuten an der Haustür alles verkaufen kann („man muss
nur innerlich und äußerlich auf die Wünsche der Kunden eingehen“). Doch
irgendwie kommen die beiden immer zu spät, ändern sich die Bedürfnisse der
Bewohner doch ständig …
Richtig turbulent wird’s, als Siggi, scharf auf die Beförderung zum
Abteilungsleiter, seinen Vettern klarmacht, dass seine Chefin Laura (Carina
Mack), die angeblich für Indien schwärmt, vom neuen Abteilungsleiter eine
heile Familie erwartet. Doch woher nimmt man auf die Schnelle Ehefrau, Kind
und Mutter? Kein Problem für Oskar - der wittert natürlich wieder eine neue
Geldquelle, zwängt sich in die flotte Feinstrumpfhose, Kissen unters Kleid
und - fertig ist die brave und hochschwangere Ehefrau India!
Mizzi wird mit Krückstock und schwarzen Zähnen zur lieben Schwiegermutter
Sari und Bauer Hans, in Ermangelung indischer Sprachkenntnisse, schlüpft in
die Rolle des stummen, indisch-indianischen Dieners Mogli mit
Kuhglocken-Verständigungs-System („einmal klingeln heißt ja, zweimal heißt
nein“). Doch irgendwie geht alles schief, das „Curry-Grieß-Schappi-Fleisch“
sorgt für „Endrohr-Explosionen“, Thea will Indias Kind zur Welt bringen und
Sari alias Mizzi bringt alles durcheinander („das kommt daher, weil sie mit
einem Adersbacher verheiratet war“).
Als dann noch die indisch-zigeunerische Chefin unverhofft auftaucht und eine
Kuh kalbt, fliegt die ganze Lügengeschichte auf. Mit dem zu Tage treten
alter Beziehungen von Laura mit Siggi und Hans wendet sich aber dann doch
noch alles zum Guten. Siggi wird befördert, obwohl er in einer Gewitternacht
ein Kind mit Laura gezeugt hatte und Hans verliert seine Sahneallergie bei
Laura. Thea überzeugt Siggi von den Vorteilen einer Heirat und Oskar bleibt
keine andere Wahl, als künftig bei Mizzi den „Frauenverführer“ zu spielen.
Olaf wird kurzfristig von seinem Ehejoch erlöst und bedankt sich bei allen
für die netten Gespräche.
Zum Abschluss der Theaterveranstaltung bedankten sich das Publikum mit lang
anhaltendem Applaus und von Vereinsseite bedankte sich Dennis Boppel bei den
Schauspielern, sowie bei der Souffleuse Tamara Seitz und der Maskenbildnerin
Isabel Maier-Boppel für die Unterstützung der Laienschauspieler. Bei der
anschließenden Halloweenparty wurde bis in die
frühen Morgenstunden gefeiert und auch bei der Tombola gab es wieder tolle
Preise zu gewinnen.
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