Samstag, 31. Oktober 2009
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Wenn die Chefin aus Indien kommt
Urkomische Verkleidungen und jede Menge Schlüpfrigkeiten beim Theaterabend des SV Ehrstädt

Sinsheim-Ehrstädt (hk) Urkomische Verkleidungen, jede Menge Schlüpfrigkeiten, Unverblümtheiten und eine perfekte Rollenbesetzung sorgten dafür, dass sich die zahlreichen Zuschauer in der Seewiesenhalle am Samstagabend schnell einig waren: So muss er sein, der perfekte Theaterabend. Mit dem Lustspiel „Meine Chefin kommt aus Indien“ traf die Laienschauspielgruppe des SV Ehrstädt voll ins Schwarze. Denn ein Lustspiel soll unterhalten, witzig sein und die Lachmuskeln strapazieren. Leichte Kost eben, um für ein paar Stunden dem Alltagsstress zu entfliehen.

„Frauenflüsterer“ Oskar Kübelbock, zum Brüllen komisch gespielt von Tobias Kuhn, muss bei seinen Vettern Hans, dem grantelnden Bauer mit Sahneallergie (alias Thilo Last), und Siggi, kränkelndem Finanzbeamten („Aktenbock auf zwei Füßen“) mit akkuratem Mittelscheitel (Frank Bender), untertauchen. Schließlich ist ihm Thea (Ina Bender), einsame Witwe „mit Geld-, Zins- und Lustverlust“, der er als Heiratsschwindler ein wenig Bares abgenommen hat, auf den Fersen. In der „einsamen ungeöffneten Rosenknospe“ Mizzi Sargnagel, liebeshungriger und reicher Fünffach-Witwe (köstlich gespielt von Nicole Last), findet Frauenversteher Oskar sein vermeintlich nächstes Opfer und turtelt auf Teufel komm raus.

Hartnäckig ist derweil Kathrin Czemmel als Ehedrache Monika, will sie ihrem unterwürfigen Ehemann und „erotischen Null“ Olaf (Dominik Kettenring) doch beweisen, dass man den Leuten an der Haustür alles verkaufen kann („man muss nur innerlich und äußerlich auf die Wünsche der Kunden eingehen“). Doch irgendwie kommen die beiden immer zu spät, ändern sich die Bedürfnisse der Bewohner doch ständig …

Richtig turbulent wird’s, als Siggi, scharf auf die Beförderung zum Abteilungsleiter, seinen Vettern klarmacht, dass seine Chefin Laura (Carina Mack), die angeblich für Indien schwärmt, vom neuen Abteilungsleiter eine heile Familie erwartet. Doch woher nimmt man auf die Schnelle Ehefrau, Kind und Mutter? Kein Problem für Oskar - der wittert natürlich wieder eine neue Geldquelle, zwängt sich in die flotte Feinstrumpfhose, Kissen unters Kleid und - fertig ist die brave und hochschwangere Ehefrau India!

Mizzi wird mit Krückstock und schwarzen Zähnen zur lieben Schwiegermutter Sari und Bauer Hans, in Ermangelung indischer Sprachkenntnisse, schlüpft in die Rolle des stummen, indisch-indianischen Dieners Mogli mit Kuhglocken-Verständigungs-System („einmal klingeln heißt ja, zweimal heißt nein“). Doch irgendwie geht alles schief, das „Curry-Grieß-Schappi-Fleisch“ sorgt für „Endrohr-Explosionen“, Thea will Indias Kind zur Welt bringen und Sari alias Mizzi bringt alles durcheinander („das kommt daher, weil sie mit einem Adersbacher verheiratet war“).

Als dann noch die indisch-zigeunerische Chefin unverhofft auftaucht und eine Kuh kalbt, fliegt die ganze Lügengeschichte auf. Mit dem zu Tage treten alter Beziehungen von Laura mit Siggi und Hans wendet sich aber dann doch noch alles zum Guten. Siggi wird befördert, obwohl er in einer Gewitternacht ein Kind mit Laura gezeugt hatte und Hans verliert seine Sahneallergie bei Laura. Thea überzeugt Siggi von den Vorteilen einer Heirat und Oskar bleibt keine andere Wahl, als künftig bei Mizzi den „Frauenverführer“ zu spielen. Olaf wird kurzfristig von seinem Ehejoch erlöst und bedankt sich bei allen für die netten Gespräche.

Zum Abschluss der Theaterveranstaltung bedankten sich das Publikum mit lang anhaltendem Applaus und von Vereinsseite bedankte sich Dennis Boppel bei den Schauspielern, sowie bei der Souffleuse Tamara Seitz und der Maskenbildnerin Isabel Maier-Boppel für die Unterstützung der Laienschauspieler. Bei der anschließenden Halloweenparty wurde bis in d
ie frühen Morgenstunden gefeiert und auch bei der Tombola gab es wieder tolle Preise zu gewinnen.

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