
Marco Pezzaiuoli
übernahm am 2.
Januar 2011 den
Trainerposten bei
1899 Hoffenheim.
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www.sport1.de
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Freiburg/Hoffenheim.
Marco Pezzaiuoli hatte ein Bein leger auf den Tisch gelegt und
erklärte locker plaudernd die Niederlage. Die Gelassenheit des
Trainers von 1899 Hoffenheim nach dem 2:3 (2:1) im turbulenten
badischen Derby beim SC Freiburg konnte aber nicht darüber
hinwegtäuschen, dass Pezzaiuoli ein Coach auf Abruf ist. Obwohl
weder der Trainer noch die Verantwortlichen ein Wort über die
Zukunft verloren, dürfte die erst im Januar begonnene Amtszeit
des 42-Jährigen nach dem Saisonende bereits wieder beendet sein.
Stanislawski im Gespräch
Nur ein Sieg in den zurückliegenden acht Partien sowie die
vierte Auswärtspleite in Folge trotz Führung und einer knapp 60
Minuten dauernden Überzahl - außer seinem bis 2014 laufenden
Vertrag hat Pezzaiuoli kaum noch Argumente auf seiner Seite.
"Die zweite Halbzeit war sinnbildlich für die ganze Rückrunde",
sagte Torwart Tom Starke vielsagend. Die Profis scheinen die
Saison bereits abgehakt zu haben, die Spekulationen über die
Verpflichtung von Holger Stanislawski als Pezzaiuoli-Nachfolger
reißen nicht ab.
"Zu passiv gespielt"
Der Trainer selbst gab die Kritik weiter. "Wir haben in der
zweiten Halbzeit viel zu passiv gespielt. Das ist mein großer
Vorwurf an die Mannschaft", sagte Pezzaiouli im Anschluss an die
Niederlage vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Freiburger
Stadion. Kurioserweise rief er gleichzeitig den Kampf um Platz
sechs und um den Klassenerhalt aus: "Primär müssen wir so
schnell wie möglich 40 Punkte holen. Auf Platz sechs schauen wir
aber auch immer noch." |
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Tanner unzufrieden
Im Gegensatz zu Pezzaiuoli nahm Ernst Tanner das Team in Schutz.
"Der Wille war da. Das kann man der Mannschaft nicht
absprechen", sagte der Manager, der dennoch den Auftritt in der
zweiten Hälfte hart kritisierte: "Wir waren dank der Überzahl
klar im Vorteil. Aber dann haben wir den alten Fehler gemacht
und geglaubt, wir müssen weniger tun. Das geht meistens in die
Hose."
1899 dreht die Partie
Dabei hatte Hoffenheim nach dem ersten Durchgang wie der sichere
Sieger ausgesehen. Obwohl die Freiburger zunächst klar überlegen
waren und durch einen direkt verwandelten Eckball von Julian
Schuster verdient in Führung gingen (24.), bogen die Gäste auf
die Siegerstraße ein. Zunächst sah SC-Innenverteidiger Pavel
Krmas die Rote Karte wegen einer Notbremse gegen Peniel Mlapa
(33.), dann verwandelte der bosnische Torjäger Vedad Ibisevic
den fälligen Elfmeter (34.). Kurz vor der Pause brachte der
Niederländer Ryan Babel die Hoffenheimer mit seinem ersten
Bundesligator (42.) sogar in Führung.
Einbruch bei Hoffenheim
Nach dem Seitenwechsel brachen die Hoffenheimer aber trotz der
Überzahl ein. Der senegalesische Top-Torjäger Papiss Cisse
erzielte per Foulelfmeter sein 20. Saisontor (60.), Kapitän
Heiko Butscher sorgte für den Endstand (78.) in einer Partie,
die zahlreiche brisante Torraumszenen bot. Damit beendeten die
Freiburger im Gegensatz zu Hoffenheim ihre Negativserie von
zuletzt fünf Spielen ohne Sieg.
Nachspiel für Cisse
Trotz des Erfolgs wird es für Cisse, der als zweiter Afrikaner
nach Anthony Yeboah die 20-Saisontore-Marke geknackt hat, ein
Nachspiel geben. "Er war definitiv nicht der vorgesehene
Elfmeterschütze. Nach dem Spiel kann ich darüber schmunzeln.
Aber wenn er verschossen und wir verloren hätten, dann hätte es
anders ausgesehenen", erklärte der zum Saisonende scheidende
Coach Robin Dutt: "Nun bin ich auf der Suche nach einer Strafe
für Papiss, die allen Spaß macht - auch ihm." |