Dienstag, 8. Februar 2011

Leserbrief: Aufgebauscht

Zum RNZ-Artikel „Eskalation nur um Haaresbreite vermieden“ RNZ (Sinsheimer Ausgabe) vom 7.02.2011


 

Sinsheim. Der RNZ-Artikel „Eskalation nur um Haaresbreite vermieden“, der heutigen RNZ (Sinsheimer Ausgabe) wirft aus der Sicht des Fanverbands Supporters Hoffenheim ein völlig falsches Licht auf die Hoffenheimer Fanszene. Mit an Kriegsberichterstattung erinnernden Formulierungen – „äußerst gefährliche Situation“, „in der Art eines militärischen Aufmarsches“, „äußerst aggressive Hoffe-Anhänger“ – werden hier verbale Ausfälligkeiten Einzelner zu einem in der Realität gar nicht vorhandenen Gewaltpotential der Hoffenheim-Fans aufgebauscht. Tatsächlich waren etwa 150 Hoffe-Fans aus verschiedenen Fanclubs völlig friedlich und entspannt und keinesfalls in Marschformation gemeinsam vom Bahnhof zum Stadion gelaufen. Dort eingetroffen wurden, provoziert von einzelnen Lautern-Anhängern, ein paar Schmähgesänge skandiert – und das war es im Wesentlichen auch schon. Fliegende Bierbecher können schon allein aus dem Grund nicht aus dem Hoffenheimer Zug gekommen sein, weil dort gar keine Becher mitgeführt wurden. Stattdessen wurden diese, wie beobachtet wurde, aus dem Stadionbereich von Lauterer Anhängern geworfen. Dennoch: Die durchaus vor Ort befindlichen Sicherheitskräfte hatten keinen Grund zum Eingreifen, auch weil sich verantwortungsvolle Hoffenheimer sogleich trennend und deeskalierend zwischen die Lager stellten. Die Polizei hat sogar die Friedlichkeit der Hoffe-Fans in einem Nachgespräch ausdrücklich gelobt. Sicherlich sind Schmähgesänge nichts, auf was man als Fan sonderlich stolz sein muss, und sicherlich hatten sich die überwiegend friedlichen Lauterer die Schmähungen auch nicht verdient. Solche harmlosen Scharmützel, wie sie in Fußballstadien immer wieder vorkommen, aber derart zu einem angeblichen Sicherheitsrisiko hochzu­spielen, wie es die RNZ getan hat, darin sehen wir auch eine unverantwortliche verbale Eskalation. Bezeichnend auch, dass die vor Spielbeginn im Lauterer Block gezündeten Rauchbomben und die Schmähgesänge gegen Dietmar Hopp im RNZ-Bericht keine Erwähnung finden. Wir möchten allen Fans und Zuschauern, auch der Gästeseite, sagen, dass sie unbesorgt in unsere Rhein-Neckar-Arena kommen können. Die Hoffenheimer Fanszene ist nicht aggressiv oder gewalttätig, sie weiß sich aber auch so zu wehren. Und die Punkte dürfen die Gäste, wie am Samstag, dann gerne bei uns lassen.

Der Vorstand des Fanverbands Supporters Hoffenheim

gez. Thomas Schmitz-Günther, Pressesprecher

 

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