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Aufmarsch 1: Die Polizei zog
starke Kräfte rund um die Rhein-Neckar-Arena zusam-men, um
eventuellen Ausschreitungen wirkungsvoll begegnen zu können.
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Sinsheim.
Polizei, Deutscher Fußballbund (DFB) und Deutsche Fußballliga (DFL)
stuften das Bundesligaspiel zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und
dem 1. FC Kaiserslautern am vergangenen Samstag in die Kategorie
"high risk" ein. Das bedeutet: Die höchst mögliche
Sicherheitsstufe wurde organisiert.
"Unsere Kräfte bleiben, so gut es geht im Hintergrund, wir sind
aber etwa doppelt so stark vertreten wie bei einem normalen
Bundesligaspiel", präzisierte Polizei-Pressesprecher Klaus
Engelhardt die vorbereiteten Maßnahmen. Rund 300 Ordnungskräfte
versuchten die Rhein-Neckar-Arena und die 30 000 Zuschauer gegen
gewalttätige Ausschreitungen zu sichern.
"Es gab nur wenige Zwischenfälle," konnte der Polizeisprecher am
gestrigen Sonntag erleichtert bilanzieren. Neben dem immer
wieder einmal vorkommenden Gerangel zwischen einzelnen Fans,
warfen FCK-Anhänger auf ihrem Rückweg zum Bahnhalt
"Museum/Arena" Glascontainer um. "Wohl aus Frust über die
Niederlage", vermutet Engelhardt. Ansonsten sei es ruhig
geblieben.
Allerdings war der Polizei eine äußerst gefährliche Situation
etwa eineinhalb Stunden vor dem Spiel an der Nordwestecke der
Arena offenbar entgangen. Dort näherten sich über die gesperrte
Neulandstraße und die Autobahnbrücke in der Art eines
militärischen Aufmarsches über die ganze Straßenbreite verteilt
plötzlich rund 120 äußerst aggressive "Hoffe"-Anhänger. Wüste
Beschimpfungen und drohende Fäuste galten den FCK-Fans in
Sichtweite am Eingang Nordost. Einige Zuschauer, die mit einem
FCK-Schal oder Trikot der Pfälzer bekleidet waren, wurden auf
das Übelste angepöbelt und provoziert. Vereinzelt kam es zu
Tätlichkeiten, volle Bierbecher flogen durch die Luft auf
unschuldige Häupter.
Dabei taten sich besonders zwei junge Frauen hervor, die wie
wild aufeinander losgingen und erst durch das beherzte
Eingreifen mutiger neutraler Gäste auseinander gebracht werden
konnten. Weder Polizeikräfte noch Security-Personal waren zu
diesem Zeitpunkt auch nur in der Nähe.
Zum Glück war da der 800 Personen umfassende Fananmarsch der
Pfälzer auf dem Weg vom Bahnhalt Museum/Arena noch nicht auf dem
Stadiongelände angekommen.
Wer weiß, ob die ansonsten weitgehend friedlichen Mitfahrer des
DB-Sonderzuges aus Kaiserslautern nicht mitgemischt hätten. Auch
die meisten der mit den rund 50 Bussen aus Kaiserslautern
angereisten FCK-Fans waren noch nicht vor Ort. Und da die
Ordnungskräfte sich offenbar an anderer Stelle noch sammelten
und aufstellten, wäre eine Eskalation im großen Stil wohl nicht
auszuschließen gewesen.
In Sachen Verkehr rund um die Arena vor und nach dem Spiel hatte
man nur nach der Begegnung größere Probleme. "Zwei Unfälle auf
der Autobahn in Richtung Mannheim sorgten für Staus und
zeitliche Verzögerung der Abreise", hatte Polizeisprecher Klaus
Engelhardt die ebenso regelmäßigen wie unvermeidbaren
Schwachstellen registriert. Doch bereits eine gute Stunde nach
Spielschluss löste sich auch für die Autofahrer alles in
Wohlgefallen auf, was so viel hieß wie: "Freie Fahrt nach
Hause".
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