Samstag, 22. Januar 2011

FC St. Pauli: Innere Sicherheit muss gewährleistet sein
Aussetzer in der Abwehrzentrale kosteten den FC St. Pauli mehrfach Punkte. Am Sonntag ist die Defensive bei 1899 Hoffenheim gefordert.

Quelle: www.abendblatt.de - Von Dirk Steinbach und Bastian Henrichs


Isaac Vorsah erzielte beim Hinspiel per Kopf den 1:0-Sieg von 1899 Hoffenheim gegen den FC St. Pauli.

Foto: Bongarts/Getty Images/Getty

Hoffenheim/Hamburg. Wenn es bei einer von Holger Stanislawskis Videositzungen mit der Mannschaft mal wieder etwas länger dauert, muss das nicht an einer Häufung von zu besprechenden Fehlern seines Teams liegen. Nach dem 2:2 gegen den SC Freiburg vom vergangenen Wochenende hatte der Coach des FC St. Pauli nach eigenen Angaben nur wenige Szenen ausgewählt, und doch zog sich deren Aufarbeitung in die Länge. "Es war mir ein Bedürfnis, den Jungs mitzuteilen, wie ich bestimmte Dinge sehe", erklärte Stanislawski.
Zu seiner Selektion gehörten auch die beiden Gegentore, bei denen insbesondere die Innenverteidiger Carlos Zambrano und Ralph Gunesch keine gute Figur gemacht hatten. "Ich denke, es war recht eindeutig für die beiden, was ich von ihnen wollte. Insofern hoffe ich, dass sie es künftig besser machen", sagte Stanislawski. Nicht nur ihm ist klar, dass die innere Sicherheit gewährleistet sein muss, wenn am Sonntag (17.30 Uhr) bei 1899 Hoffenheim Punkte im Kampf um den Klassenverbleib gesammelt werden sollen.
Neben Zambrano und Gunesch steht nach abgesessener Rotsperre und anschließendem krankheitsbedingten Trainingsrückstand auch Markus Thorandt wieder als Alternative für einen der beiden Posten in der Abwehrzentrale zur Verfügung. "Ich bin wieder komplett fit und einsatzbereit", sagte der 29-Jährige, der durch den Ausfall von Carsten Rothenbach (Probleme mit der Patellasehne im Knie) auch als Rechtsverteidiger infrage kommt. "Ich kenne diese Position noch aus München und weiß, worauf es da ankommt", erklärte Thorandt. "Grundsätzlich möchte ich aber in der Innenverteidigung spielen." In der Hinrunde bildete er dort mit Zambrano das Stammpersonal. Zwölfmal liefen die beiden gemeinsam auf, absolvierten dazu noch den größten Teil der Partie in Mönchengladbach Seite an Seite, nachdem Kapitän Fabio Morena frühzeitig wegen einer Verletzung ausgewechselt werden musste.
"Mit Carlos hat es sehr gut geklappt zu Beginn der Saison. Aber wer mit wem spielt, ist letztlich Stanis Entscheidung", sagte Thorandt. In den ersten sieben Spielen kassierte St. Pauli mit ihm und Zambrano nur acht Gegentreffer. Am Ende verschlechterte sich die Quote: 21 Gegentore und ein Zu-Null-Spiel standen letztlich zu Buche, was immer noch die beste Bilanz aller Innenverteidigerpaare des Kiezklubs bedeutet. Thorandt und Gunesch spielten einmal zusammen und kassierten gegen Dortmund drei Gegentore, für Zambrano und Gunesch war die Partie gegen Freiburg die Premiere. Eine, die beim Peruaner eine schlaflose Nacht zur Folge hatte.
Vor allem der zweite Gegentreffer - ein langer Ball der Breisgauer war durch St. Paulis Abwehr gesegelt und anschließend von Freiburgs Torjäger Cissé verwandelt worden - hinterließ Spuren. Es war nicht das erste Mal in dieser Saison, dass ein Aussetzer in der Abwehr St. Pauli Punkte kostete. "Natürlich sieht man in so einem Fall blöd aus", sagte Zambrano. "Man versucht, richtig zu stehen, alles richtig zu machen. Aber leider passieren solche Sachen, sie sind der entscheidende Faktor in einem Spiel." Noch bringt der von Schalke 04 ausgeliehene 21-Jährige zu selten ein Spiel fehlerfrei über die Bühne. Das Potenzial dafür hat der Nationalspieler jedoch zweifelsohne. Er ist extrem zweikampfstark, manchmal mit einer Tendenz zu Nickeligkeiten.
"Du musst als Verteidiger Druck aufbauen. Der Stürmer muss Angst haben, mit dir in den Zweikampf zu gehen", erklärte Zambrano seine Spielphilosophie. Grund sich zu fürchten werden beim Gegner am Sonntag weder Demba Ba noch Ryan Babel haben. Während für Ersteren im Kraichgau weiter ein Abnehmer gesucht wird, steht von Letzterem die Zusage für einen Wechsel aus. Hoffenheim kommt nach dem Abgang von Trainer Ralf Rangnick und Defensivstratege Luiz Gustavo also nicht zur Ruhe. Ein Vorteil für St. Pauli? "Nein", sagte Stanislawski. Sein Team müsse, um in Hoffenheim zu punkten, eine herausragende Leistung abliefern. Die Fehleranalyse gibt's dann in jedem Fall wieder mit Videobeweis. Notfalls, drohte Stanislawski scherzhaft, auch acht Stunden lang.

1899 Hoffenheim:
Starke - Beck, Vorsah, Compper, Ibertsberger - Alaba, Rudy, Salihovic - Vukcevic, Mlapa - Ibisevic.

FC St. Pauli:
Kessler - Volz, Zambrano, Thorandt, Oczipka - Boll, Lehmann - Naki, Takyi, Kruse - Asamoah.  

Werden Sie bei uns Mitglied!
Aufnahmeantrag hier downloaden!
[klick]

[zurück]