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Rangnick siegt im Hoffenheimer Machtpoker
Hoffenheims Trainer unterschreibt nun doch einen neuen Vertrag. Er bekommt
einen neuen Manager, aber auch ein "Aufpasser-Gremium".
Quelle:
www.sport1.de
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Ralf Rangnick
trainierte in der Budesliga vor Hoffenheim Stuttgart, Hannover
und Schalke.
Foto:
www.sport1.de |
Hoffenheim. Der
Gewinner heißt Ralf Rangnick. Im Machtpoker hat der Trainer von
1899 Hoffenheim knapp eine Woche nach dem Ende einer
enttäuschenden Saison einen glatten Punktsieg gelandet. Nach
wochenlangem Zick-Zack-Kurs verlängerte Rangnick seinen Vertrag
vorzeitig um ein Jahr bis 2012. Der 51-Jährige beendete damit
die Spekulationen über einen Abschied und ist nach der Erfüllung
seiner Forderungen endgültig der starke Mann im Kraichgau. "Nach
langen und intensiven Gesprächen mit Dietmar Hopp habe ich mich
zur Verlängerung entschieden, weil wir unser im Jahr 2006
gemeinsam gestartetes Projekt fortführen möchten", sagte
Rangnick.
Augenmerk auf junge Deutsche
Entscheidend dabei sei, dass man in Zukunft wieder verstärkt die
Philosophie, auf überwiegend junge, talentierte und deutsche
Spieler zu bauen, umsetzen wolle, sagte Rangnick, der damit aus
dem Machtkampf mit Mäzen Hopp als Sieger hervorging. Indiz
dafür: Als Manager wird dem Coach der bislang eher unbekannte
Ernst Tanner zur Seite gestellt.
Tanner ersetzt Schindelmeiser
Der Chef-Jugendkoordinator, den Rangnick vor einem Jahr von 1860
München nach Hoffenheim geholt hatte, tritt die Nachfolge des
auf eigenen Wunsch abgewanderten Managers Jan Schindelmeiser an.
Zwischen Rangnick und Schindelmeiser hatte das Kompetenzgerangel
in der zurückliegenden Runde zu atmosphärischen Störungen
geführt.
Rangnick bleibt Alleinherrscher
Damit rückte Milliardär Hopp im letzten Moment von seinem
Vorhaben ab, neben Rangnick einen starken sportlichen Leiter zu
installieren. Im Gespräch für die Schindelmeiser-Nachfolge waren
unter anderem der frühere Bundesliga-Profi und -Trainer Thomas
von Heesen, Dietmar Beiersdorfer (Sportchef bei Red Bull
Salzburg), Ex-Nationalspieler Karlheinz Förster sowie Stefan
Studer gewesen. |
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Auszeit nicht
ausgeschlossen
Davon wollte Hopp am Vatertag nichts mehr wissen und übte
demonstrativ den Schulterschluss mit Rangnick. "Gerade in
unseren letzten Gesprächen habe ich verstanden, warum Ralf so
lange gezögert hat. Es ging nicht um Wechselabsichten, sondern
um Harmonie und Einigkeit. Und da liegen wir auf einer
Wellenlänge", sagte Hopp. Rangnick, der immer wieder mit dem VfL
Wolfsburg in Verbindung gebracht wurde, hatte seine Zukunft nach
dem letzten Bundesliga-Spieltag offen gelassen und sogar eine
Auszeit nicht ausgeschlossen.
Keine hohen Ziele
Hopp machte allerdings auch klar, dass der von einigen als
"Retorten-Klub" verspottete Tabellen-Elfte nach einer Saison
voller Pleiten, Pech und Pannen im Wandel begriffen ist. "Wir
stehen vor einem massiven Umbruch. Aber wir gehen nicht unter"
sagte der 70-Jährige, der in der kommenden Runde den "achten
oder neunten" Tabellenplatz als Ziel anvisiert.
Beirat mit Hopp-Vetrauten
Teil der Umstruktierung ist neben dem verstärkten Einbau junger
deutscher Spieler ins Bundesliga-Team die Einsetzung eines
Beirats mit Vertrauten des Mäzens. Darin werden neben ihm selbst
auch sein Sohn Daniel Hopp sowie Steuerberater Berthold Wipfler,
SAP-Vorstand Gerd Oswald und Klubchef Peter Hofmann sitzen. Das
Gremium soll sich einmal im Monat zu einem Meinungsaustausch mit
Rangnick treffen. "Wir wollen uns künftig rechtzeitig
informieren. In der Vergangenheit haben wir einige Dinge zu spät
erfahren. Zum Beispiel die atmosphärischen Störungen zwischen
Schindelmeiser und Rangnick", sagte Hopp.
Nur vier Siege in der Rückrunde
Rangnick ist seit Juni 2006 Trainer bei 1899 Hoffenheim und hat
den Klub auf dem direkten Weg von der Regionalliga in die
Bundesliga geführt. Nach einer starken ersten Saison in den
Eliteliga und dem Gewinn der Herbstmeisterschaft 2008 rutschte
das Team in der zurückliegenden Spielzeit in die Krise. In der
Rückrunde holte Hoffenheim aus 17 Spielen nur 17 Punkte und
gewann nur vier Partien (acht Niederlagen). Rangnick mahnte mit
Blick auf die neue Spielzeit: "Es tut uns allen gut, wenn wir
zur Bescheidenheit zurückkehren und uns klar machen, wo wir
eigentlich herkommen." |
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