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Prince Tagoe
(l.) war Torschützenkönig Ghanas in der Saison 2004/05
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www.sport1.de |
Frankfurt/Hoffenheim. Der
Jubel beim ehemaligen "Patienten" Prince Tagoe kam aus vollem
Herzen - im wahrsten Sinne. "Ein Traum wurde wahr. Diese Tore
waren sehr wichtig für mich. Jetzt werde ich erstmal meine
Eltern in den USA anrufen und ihnen alles erzählen", sagte der
im Sommer 2009 als herzkrank eingestufte ghanaische
Nationalspieler nach dem 2:1 (0:1) von 1899 Hoffenheim bei
Eintracht Frankfurt. Mit zwei Kontertreffern (80./88.) binnen
neun Minuten hatte der erst in der 76. Minute eingewechselte
Tagoe ein schon verloren geglaubtes Spiel im Alleingang gedreht.
Hungrig nach Toren
Für den 23 Jahre alten Hoffenheim-Stürmer fühlte sich der
Triumph wie eine Wiedergeburt nach Monaten voller Zweifel und
Diskussionen an. Abheben wollte der Mann des Tages aber nicht:
"Ich werde weiter hart arbeiten, dann kann ich nächste Saison
noch mehr Tore schießen", sagte Tagoe nach seinen ersten
Bundesliga-Treffern und blickte lieber in die Zukunft als in die
Vergangenheit. Verständlich.
Karriere am seidenen Faden
Bis Ende Januar hing die Karriere von Tagoe am seidenen Faden,
nachdem bei ihm im Juli 2009 ein angeblicher Herzfehler
diagnostiziert worden war. Hoffenheim kündigte daraufhin den
Dreijahresvertrag mit seinem Neuzugang. In einem zweiten
ärztlichen Bulletin war Tagoe anschließend zwar als gesund
eingestuft und wieder angestellt worden. |
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Grünes Licht
für Prince
Die Erlösung folgte aber erst am 26. Januar nach einer
abschließenden Kontrolluntersuchung bei Spezialist Professor
Michael Böhm in der Uniklinik Homburg/Saar, der Tagoe endgültig
grünes Licht für Einsätze in der Rückrunde erteilte. In die
Herzen seiner Mitspieler hatte sich "der Prinz" mit den
Rastalocken, der nur bei einer seiner bislang elf
Rückrundenpartien in der Startelf stand, bereits vor seinem
Doppelpack gespielt.
Lob vom Kollegen
"Ich freue mich für ihn. Wir brauchen Prince, er hat tolle
Torjägerqualitäten", lobte Mittelfeldspieler Sejad Salihovic und
verriet: "Er hat in der schweren Zeit Hilfe von der Mannschaft
bekommen." Auch Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser traut dem
1,88-m-Hünen mit den knallgelben Schuhen noch einiges zu.
"Prince kann noch viel mehr. Er ist vielleicht bei 80 Prozent",
sagte Schindelmeiser, während Trainer Ralf Rangnick sogar vom
"Neuzugang" Tagoe sprach: "Im Prinzip ist er ja erst seit
Weihnachten bei uns. Die Tore werden ihm auch für die anstehende
WM viel Rückenwind geben."
WM-Fahrer Tagoe?
Tagoe indes gab sich mit Blick auf seine etwaige Teilnahme an
der WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) zurückhaltend.
"Meine Chancen stehen diesbezüglich ein bisschen besser als
50:50." Nach der Weltmeisterschaft will der Ghanaer "auf jeden
Fall" weiter für die Kraichgauer spielen und seinen Vertrag bis
2012 erfüllen. Nachtragend ist der introvertierte Stürmer wegen
der Kündigung vom Sommer 2009 nicht - Hoffenheim bleibt eine
Herzensangelegenheit. Tagoe: "Ich fühle mich wohl hier."
Skibbe enttäuscht
Nicht so recht wohl fühlte sich Eintracht-Trainer Michael Skibbe
nach dem verpassten Saisonrekord. "Ich bin sehr enttäuscht über
den Abschluss unserer Heimspiele. Unser Aufwand wurde nicht
belohnt", sagte der ehemalige DFB-Trainer, dessen Team durch
Pirmin Schwegler (20.) 1:0 geführt hatte. Ein einziger Zähler
fehlt den Hessen noch, um das beste Saisonergebnis seit
Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 zu erzielen. In der Saison
2007/2008 hatte Skibbe-Vorgänger Friedhelm Funkel die bislang
beste Ausbeute (46 Zähler) geholt. |