|

Ibisevic (l.)
bejubelt mit seinen Mitspielern seine Saisontreffer elf und
zwölf
Foto:
www.sport1.de |
Sinsheim/Hoffenheim. Der
Hamburger SV hat vier Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel in der
Europa League beim FC Fulham den vorläufigen Tiefpunkt einer
ganz schlechten Rückrunde erlebt. Die Hanseaten verloren das
Sonntagsspiel der Bundesliga bei 1899 Hoffenheim mit 1:5 (0:3)
und wurden bei der höchsten Niederlage seit fast genau sechs
Jahren phasenweise vorgeführt. Bei fünf Punkten Rückstand auf
den Tabellensechsten VfB Stuttgart bleibt dem HSV wohl nur noch
die Hoffnung auf den Titel in der Europa League, um sich erneut
für den internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Hoffenheim
beendete dagegen die Negativserie von sieben Partien ohne Sieg.
Vedad Ibisevic (2. und 11.) brachte die Gastgeber mit seinen
Saisontoren Nummer elf und zwölf früh in Führung. Chinedu Obasi
(31.) erhöhte noch vor der Pause auf 3:0. Nach dem Ehrentreffer
durch Robert Tesche (65.) bauten erneut Obasi (72.) und Sejad
Salihovic das Ergebnis weiter aus (77.).
Rost geht auf Mitspieler los
HSV-Torhüter Frank Rost war nach dem fünften Gegentor kaum zu
bändigen und beschimpfte seine Mitspieler mit Nachdruck. Eine
Minute vor dem Ende sah Youngster Tolgay Arslan (19) wegen einer
vermeintlichen Tätlichkeit zudem eine allerdings unberechtigte
Rote Karte. "Das ist eine Leistung, die einfach zu wenig ist. Ob
das mit der Europa League zu tun hat, darüber will ich nicht
spekulieren. Das ist nicht zu erklären", sagte Klub-Chef Bernd
Hoffmann in der Pause. Die Fragen nach der Zukunft des seit
Wochen in der Kritik stehenden Bruno Labbadia beantwortete er
barsch: "Ich werde nicht in der Halbzeitpause eines solchen
Spiels über den Trainer diskutieren. Irgendwann ist auch mal
Schluss."
|
|
Hamburg völlig
desolat
Die Hanseaten waren in Gedanken offenbar schon in Fulham und
leisteten kaum Gegenwehr. Beim 1:0 nach 80 Sekunden profitierte
Ibisevic von einem schweren Fehler von Innenverteidiger Joris
Mathijsen. Keine zehn Minuten später legte Ibisevic nach
Vorarbeit von Andreas Beck per Kopf nach. Der HSV zeigte in der
Rhein-Neckar-Arena von Sinsheim eine erschreckend schwache
Vorstellung und hatte in der ersten Halbzeit nur eine Chance.
Einen Freistoß von Piotr Trochowski (41.) lenkte Daniel Haas,
der bei Hoffenheim den verletzten Ex-Nationaltorhüter Timo
Hildebrand vertrat, über die Latte.
Labbadia ohne vier
Allerdings musste Labbadia drei Tage nach dem 0:0 im Hinspiel
gegen Fulham auch vier Änderungen vornehmen. Die angeschlagenen
Ruud van Nistelrooy, Guy Demel und Ze Roberto fehlten ebenso wie
der nach seinem Flaschenwurf in der Liga gesperrte Paolo
Guerrero. Mladen Petric musste aufgrund der angespannten
Personalsituation von Beginn an spielen, obwohl dem Kroaten nach
seiner Adduktorenverletzung die fehlende Fitness deutlich
anzumerken war.
Ibisevic lässt noch Chancen liegen
Die Norddeutschen hatten noch Glück, dass die Niederlage nicht
deutlich höher ausfiel. Nach dem Seitenwechsel traf Ibisevic den
Pfosten (52.) und ließ eine weitere Gelegenheit ungenutzt. Auf
der Gegenseite vergab Petric (64.) eine gute Möglichkeit. Beste
Spieler bei Hoffenheim waren die Torschützen Ibisevic und Obasi.
Bei Hamburg gefielen mit Abstrichen Trochowski und Tesche. |