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Nach dem Spiel
verhindern Hoffenheim-Anhänger die Abfahrt des
Mannschafts-busses.
Foto:
www.sport1.de |
Sinsheim/Hoffenheim.
Draußen tobte der Mob, drinnen der Mäzen: Milliardär Dietmar
Hopp und die Fans von 1899 Hoffenheim ließen ihrer Wut auf die
Herbstmeister der Vorsaison nach dem 0:2 (0:0) gegen den 1. FC
Köln freien Lauf. Während die
aufgebrachten Anhänger nach dem sechsten Spiel in Serie ohne
Sieg den Mannschaftsbus blockierten, hielt Hopp in der Kabine
eine Brandrede. "Das war der
Tiefpunkt der Saison. Das war der Tiefpunkt, was die Einstellung
betrifft. Das war der Tiefpunkt, was das Unvermögen vor dem Tor
betrifft. Es ist unerklärlich für mich", sagte Hopp, der
unmittelbar nach dem Schlusspfiff zur Mannschaft geeilt war, um
ihr kräftig die Leviten zu lesen. "Das war ein
Monolog eines enttäuschten Dietmar Hopp", berichtete der derzeit
verletzte Ex-Nationaltorhüter Timo Hildebrand.
Rangnick bleibt
verschont
Trotz aller
Enttäuschung attackierte Hopp nur die Profis, der mittlerweile
umstrittene Trainer Ralf Rangnick blieb von der Kritik des
69-Jährigen weitgehend verschont. "Es gibt einige
Gründe im privaten Bereich von Herrn Rangnick mit der schweren
Krankheit seines Vaters, so dass er sich nicht mehr so auf die
Mannschaft konzentrieren konnte, und da ist offensichtlich etwas
verrutscht", erklärte Hopp: `Aber ich stelle den Trainer nicht
in Frage und ich denke, wir schaffen die Wende."
Einschnitte bei
der TSG angedacht
Um den Klub wieder
in die richtige Spur zu bringen, kündigte Hopp tiefgreifende
Maßnahmen an. "Wir müssen wahrscheinlich harte Einschnitte
machen. Was nicht heißt, dass wir viele neue Spieler
verpflichten, sondern eher im Gegenteil. Wir müssen aus dem
Potenzial, das wir haben, das Optimum herausholen - mit Ralf
Rangnick", sagte der gebürtige Heidelberger. |
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Gerechte Strafe
Hopp hatte sogar
Verständnis für die Unmutsbekundungen der Fans: "Das hat die
Mannschaft verdient. Sie hat sich schon in Wolfsburg gehen
lassen. Die Mannschaft hat überhaupt bei fast allen Heimspielen
total enttäuscht. Wenn man Profi ist und nicht schlecht verdient
in seinem Beruf, dann muss man auch die Einstellung bringen -
und die fehlt."
Blockade der
TSG-Fans
Zum Zeitpunkt
seiner Äußerungen wusste Hopp allerdings noch nicht, dass 200
Fans die Abfahrt des Mannschaftsbusses verhindert hatten. Erst
nachdem Rangnick den Anhängern Rede und Antwort gestanden hatte,
beendeten die Fans ihre Prostestaktion.
Matyschuk mit
Doppelpack
Während bei den
Hoffenheimern die Nerven blank lagen, feierten die Kölner den
zweifachen Torschützen Adam Matuschyk. Der polnische
U21-Nationalspieler beendete mit seinen ersten beiden Treffern
in der Bundesliga (46./82.) die Talfahrt der Rheinländer. Mit dem Erfolg vor
26.950 Zuschauern haben die Kölner, die wie Hoffenheim 34 Punkte
auf dem Konto haben, den Klassenerhalt so gut wie sicher.
Lob von Podolski
"Es freut mich
besonders, dass der Junge, der wie ich in Polen geboren wurde,
die Tore gemacht hat. Der Junge hat sehr viel Potenzial und ist
bodenständig", sagte Nationalspieler Lukas Podolski nach dem
ersten Sieg der Kölner in der Bundesliga gegen Hoffenheim.
Für Manager
Michael Meier ist nun sogar das Saisonziel zum Greifen nah:
"Unser Ziel waren 40 Punkte - und die sind nach wie vor
erreichbar." |