|

Hoffenheims
Vedad Ibisevic (l.) machte zum ersten Mal nach drei Partien kein
Tor
Foto:
www.sport1.de |
Hoffenheim.
Graues Mittelmaß,
biedere Fußballkost und Pfiffe von den Rängen: Die einstigen
Himmelstürmer von 1899 Hoffenheim sind sportlich gefühlte
Lichtjahre von der unbeschwerten Fußball-Kunst entfernt, mit der
in der vergangenen Saison die Herbstmeisterschaft gewonnen
wurde. Die 0:1-Niederlage gegen Aufsteiger FSV Mainz 05 war ein
weiterer Tiefschlag für den Klub des milliardenschweren Mäzen
Dietmar Hopp und dessen ehrgeizigen Trainer Ralf Rangnick.
Aristide Bance (69.) traf für Mainz und besiegelte die vierte
Heimpleite Hoffenheims. "Wir sind sehr enttäuscht. Wir haben
alles probiert, aber es ging nichts. Dass die Fans dann pfeifen,
ist normal", sagte Mittelfeldspieler Sejad Salihovic.
Im Niemandsland der Tabelle
Durch die Niederlage bleiben die auch vom Verletzungspech
gebeutelten Hoffenheimer mit 32 Punkten im Niemandsland der
Tabelle. In der Rückrunde holten sie bisher lediglich sieben
Punkte und gewannen zu Hause nur eines der vergangenen sieben
Spiele. "Es war ein katastrophales Spiel, das eigentlich keinen
Sieger verdient gehabt hätte", meinte Hoffenheims Christian
Eichner. "Wir können mit unserer Mannschaftsleistung nicht
zufrieden sein und schaffen es momentan einfach nicht, uns
Torchancen zu kreieren."
Rangnick: "Uns fehlte die Zielstrebigkeit"
Ralf Rangnick kommentierte: "Wir haben uns das natürlich ganz
anders vorgestellt. In der ersten Halbzeit waren wir richtig
schlecht, uns fehlte vor allem die Zielstrebigkeit." Und der
Hoffenheim-Coach analysierte weiter: "In den ersten 20 Minuten
der zweiten Hälfte hatten wir unsere beste Phase, aber genau
dann lassen wir uns beim Gegentor so übertölpeln. Danach haben
wir zu oft die falschen Mittel gewählt."
Lob vom Coach
Mainz kletterte durch den zweiten Auswärtssieg mit nunmehr 35
Zählern auf den neunten Rang und darf die Planungen für die
kommende Bundesliga-Saison angehen. Hochzufrieden war deshalb
auch Thomas Tuchel: "Ich bin immer nur so gut wie meine Jungs.
Sie waren kühl, ballsicher und haben zum richtigen Zeitpunkt
immer wieder Nadelstiche gesetzt. Für diese Leistung muss man
die Mannschaft loben, sie hat sich dann auch mit dem Tor
belohnt", sagte der FSV-Coach.
Wenig Kreativität nach vorne
Den Gastgebern, die ohne sechs verletzte oder gesperrte Profis
auskommen mussten, fehlte die nötige Kreativität im Spiel nach
vorne, um das Abwehrbollwerk der Gäste zu knacken. Torchancen
blieben lange Mangelware. Bis Bance zu seinen Sololauf ansetzte
und den Siegtreffer erzielte. "Eine solche Sprintleistung ist
nicht selbstverständlich. Das hat er gut gemacht", fand Tuchel
lobende Worte für seinen Spieler. 1899-Torhüter Timo Hildebrand
war zwar noch am Schuss des Stürmers dran, konnte den siebten
Saisontreffer Bances aber nicht verhindern. Hildebrand sagte
nach der Partie: "Wenn er haltbar gewesen wäre, dann hätte ich
ihn gehalten. Das war einfach ein guter Schuss, ein guter
Konter."
Mainz beendet Negativserie
Für die Mainzer war es der erste Auswärtserfolg nach neun
Partien ohne Sieg auf fremden Platz, so dass der FSV auch
beruhigt ins Heimspiel gegen den 1. FC Köln gehen kann. Die
Hoffenheimer haben dagegen mit Werder Bremen eine schwere
Aufgabe vor sich, um die Heimspielpleite vor den eigenen Fans
wieder gutzumachen. |